ATI Technologies

21. Mai 2009 Posted by admin

ati-logoATI mit Hauptsitz in Markham, Ontario / Kanada wurde 1985 von K.Y. Ho (CEO bis 2004), Benny Lau und Lee Lau, Auswanderern aus Hongkong, mit einem Startkapital von 300.000 US-Dollar gegründet. Das Unternehmen ist nicht mit dem US-amerikanischen Montanunternehmen Allegheny Technologies zu verwechseln, dessen börsenrechtliche Abkürzung ebenso ATI lautet. Am 24. Juli 2006 wurde offiziell die Übernahme durch den US-amerikanischen Prozessorhersteller Advanced Micro Devices, Inc. (AMD) angekündigt. Diese Übernahme wurde am 25. Oktober 2006 komplett abgeschlossen, so dass die Existenz der Firma „ATI Technologies Inc.“ damit endete. Der Markenname ATI bleibt aber auch in Zukunft für diverse Grafikprodukte bestehen.

ATIs Produktion umfasste anfangs nur ASICs (integrierte Schaltungen), bis es dem Firmenchef K. Y. Ho noch im Gründungsjahr gelang, einen Vertrag mit Commodore über 7000 Grafikchips pro Woche abzuschließen. Kurz vorher, bereits vier Monate nach Firmengründung, schien das frühe Aus für ATI nahe, doch die asiatische Bank Overseas Union Bank rettete den kanadischen Hersteller mit einem Kredit von 300.000 US-$, später sogar 1,5 Mio. US-$. Ab 1987 produzierten die Kanadier die ersten EGA – und VGA-Grafikkarten für den ISA-Slot, die bis zu 16 und 256 Farben unterstützten und IBM-kompatibel waren. Das waren die Karten EGA-Wonder und VGA-Wonder. Letztere war eine 16-Bit ISA-Karte, die auch in einem 8-Bit ISA-Slot zu betreiben war. Des Weiteren hatte die VGA-Wonder einen Analog- und einen Digital-Monitoranschluss, so dass alle im PC-Bereich verfügbaren Monitore an diese Karte angeschlossen werden konnten. Die VGA-Wonder war mit 256 KB bzw. 512 KB Bildschirmspeicher ausgerüstet und konnte Auflösungen von 1024*768 Pixel in bis zu 256 Farben darstellen. Die Karte konnte folgende Grafikstandards darstellen (kompatibler Monitor vorausgesetzt): MDA, Hercules, CGA, EGA (incl. SuperEGA), MCGA und VGA (incl. div. SuperVGA-Modi). Die VGA-Wonder war in Kombination mit einem Multisync-Monitor die ideale Konfiguration zum Erstellen von Programmen, die auf verschiedenen Grafikkarten unterschiedlicher Standards ausgeführt werden sollten, da alle vom Programm vorgesehenden Darstellungsformen getestet werden konnten. Vorher musste man entweder mehrere Rechner mit unterschiedlichen Grafikkarten zur Verfügung haben, oder oft die Grafikkarte im Rechner wechseln und u. U. einen anderen Monitor anschließen. 1991 und 1992 folgten mit dem Mach 8 (Co-Prozessor) und dem Mach 32 (integrierter Prozessor) die ersten 2D-Beschleuniger. 1994 kam der 64bittige Mach64-Prozessor, der über die ersten Funktionen der Farbkonvertierung verfügte und für damalige Verhältnisse recht leistungsstark war. Danach setzte sich der Erfolgszug bei den großen OEMs mit der Rage-Serie fort. Die gute Stellung auf dem Retail-Markt verdankt ATI unter anderem einigen Zukäufen. So übernahm ATI 1998 für 3 Mio. US-$ Tseng Labs inklusive aller 40 Mitarbeiter und Anfang 2000 für 400 Mio. US-$ die Chipdesignfirma ArtX und ihre 70 Mitarbeiter. In der Mitte desselben Jahres erschien auch der erste Radeon-Chipsatz unter dem Codenamen RageC6. Es folgten Radeon 7500 (2001), Radeon 8500 (2001), Ende 2002 die Radeon 9xxx-Serie, die ATI den Durchbruch bei den Spielern brachte. Diesen Erfolgszug setzte ATI mit der Xxxx-Serie (z. B. X800Pro) Anfang 2004 fort, die ab Oktober 2005 durch die X1xxx-Reihe (auch X1k genannt) ersetzt wurde. Inzwischen kann ATI sowohl im OEM- als auch im Spielerbereich eine gute Stellung vorzeigen. 2004 löste Dave Orton, der von ArtX zu ATI kam, K. Y. Ho als CEO ab, dieser wechselte als Chairman in das Board of Directors. Ende 2005 kündigte K. Y. Ho auch seinen Rückzug vom Posten des Chairman of the Board an – die Gründergeneration hat sich damit vollständig zurückgezogen. Am 2. Mai 2006 übernahm ATI das finnische Unternehmen Bitboys Oy mit dem Ziel, ein europäisches Designzentrum für Mobilchips zu schaffen. Am 24. Juli 2006 wurde ATI dann aber selber Ziel einer Übernahme durch den US-amerikanischen Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (AMD). AMD hat ATI am 25. Oktober 2006 für insgesamt 5,4 Milliarden US-Dollar komplett übernommen.

Quelle der Basisinformationen: Freie Enzyklopädie wikipedia

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